Gedenkstunde auf der deutschen Kriegsgräberstätte Rshew

Vor zehn Jahren wurde die deutsche Kriegsgräberstätte Rshew eingeweiht. Seit zehn Jahren ruhen dort deutsche und russische Kriegsgefallene Seite an Seite. Dieses Jubiläum gab Anlass zu einer Gedenkstunde in Rshew, an der auch der deutsche Botschafter in Moskau teilnahm.

Gedenkstunde auf der Kriegsgräberstätte Rshew Bild vergrößern Ansprache Botschafter Brandenburgs bei der Gedenkstunde auf der Kriegsgräberstätte Rshew (© Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) Botschafter Ulrich Brandenburg erinnerte daran, dass die hier liegenden 35.000 Kriegstoten beider Nationen nur ein kleiner Teil der vielen Hunderttausend Menschen sind, die vor 70 Jahren hier kämpften, litten und starben. Deutsche und Russen hätten gelernt, gemeinsam mit ihrer Vergangenheit umzugehen, mit Respekt, ohne zu verschweigen, was geschehen sei, und im Bemühen, heute das Richtige zu tun. 

Von Oktober 1941 bis März 1943 war Rshew am Oberlauf der Wolga Schauplatz erbitterter Kämpfe. Viele Menschen – Soldaten und Zivilisten – ließen an diesem Ort ihr Leben. Die Einweihung der beiden Friedhöfe 2002 war angesichts der bedrückenden Geschichte, die das deutsche und russische Volk verbindet, ein Meilenstein in der Verständigung beider Völker. 

In einer bewegenden Gedenkstunde am 22. September haben 600 Menschen der Gefallenen gedacht: Familienangehörige und Nachfahren, Kriegsveteranen, die Bürgermeisterin der Partnerstadt Gütersloh und junge Menschen aus Gütersloh und Rshew. Auf Basis der Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Rshew wurde schon vor Jahren eine enge Zusammenarbeit zwischen einer Realschule in Gütersloh und einer Schule in Rshew begründet. Deutsche Schüler lernen Russisch, russische Schüler lernen Deutsch – gemeinsam berichteten sie auf der Gedenkveranstaltung von ihren positiven Erfahrungen mit der jeweils anderen Seite.

Gedenkstunde auf der Kriegsgräberstätte Rshew Bild vergrößern Gedenkstunde auf der Kriegsgräberstätte Rshew (© Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge)

„Deutsche und Russen reichen sich die Hand über den Gräbern ihrer Soldaten. Wir sind dankbar, dass wir seit 20 Jahren auch in Russland nach den gefallenen deutschen Soldaten suchen dürfen, um den Angehörigen endlich Gewissheit über deren Verbleib geben zu können“, umreißt es der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Seit 1992 hat der Volksbund die Gebeine von mehr als 300.000 deutschen Gefallenen geborgen und auf neu errichtete Kriegsgräberstätten überführt. In Rshew sind derzeit mehr als 24.000 deutsche Soldaten beigesetzt. Auf dem russischen Friedhof ruhen ungefähr 11.000 Rotarmisten. Auf beiden Friedhöfen treffen sich seit Jahren deutsche und russische Jugendliche zur gemeinsamen Pflege der Gräber. Regelmäßig kommen auch Angehörige , um ihrer Gefallenen zu gedenken.

© Deutsche Botschaft Moskau
06.11.2012

Gedenkstunde in Rshew

Kriegsgräberstätte Rshew

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