Kamingespräch in der Residenz: Das Erbe und die Erben der Revolution in Russland und Deutschland

Am 11. Mai 2017 fand ein weiteres Kamingespräch in der Residenz des Deutschen Botschafters in Moskau statt. Die Veranstaltung „Das Erbe und die Erben der Revolution in Russland und Deutschland“ wurde gemeinsam mit der Max Weber Stiftung und dem Deutschen Historischen Institut Moskau organisiert.

DHI Bild vergrößern (© DHI) 2017 werden bedeutende historische Jahrestage in Russland und Deutschland begangen. Dabei spielt das 100-jährige Revolutionsjubiläum eine prominente Rolle. Aus diesem Anlass haben die Deutsche Botschaft Moskau, die Max Weber Stiftung und das Deutsche Historische Institut Moskau ein Kamingespräch veranstaltet, das eine informelle Plattform für einen offenen Austausch über die Rolle und Wahrnehmung der russischen Revolutionen heute und über ihr Erbe für die Zukunft bot.

Das Thema stieß auf großes Interesse: zahlreiche Wissenschaftler und Politiker, Journalisten und Schriftsteller, Wirtschaftsvertreter und Künstler, darunter ein besonderer Ehrengast: Frau Irina Antonowa, Präsidentin des Puschkin-Museums für Bildende Künste, nahmen teil. „Das Jubiläum von 100 Jahren der russischen Revolution setzt besondere Akzente und Impulse für die Aufarbeitung dieser weltgeschichtlich herausragenden Ereignisse nicht nur im deutsch-russischen Kontext“ - so Botschafter Rüdiger von Fritsch in seiner Eröffnungsrede.

Die Ansetzung des Kamingesprächs war mit den Gremiensitzungen und der Perspektiventagung der Max Weber Stiftung in Moskau verknüpft. Die Max Weber Stiftung ist der Träger des Deutschen Historischen Instituts Moskau. Ihr Präsident, Prof. Dr. Hans van Ess, begrüßte die Gäste des Abends. Die russische Revolution sei „ein Thema, das hundert Jahre später nach wie vor fasziniert und insbesondere für das Verständnis der Geschichte der russisch-deutschen Beziehungen interessant und lehrreich ist.“, - so Prof. van Ess.

Professor Boris Kolonizkij von der Europäischen Universität St. Petersburg, einer der renommiertesten Experten zum Thema der russischen Revolution, hielt einen Impulsvortrag, in dem er u.a. die Bedeutung der „Revolutionsforschung“ erörterte.

DHI Bild vergrößern (© DHI) Als Podiumsteilnehmer konnten ausgewiesene Experten aus Deutschland und Russland gewonnen werden: Prof. Susanne Schattenberg, Direktorin der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen; Prof. Aleksandr Tschubarjan, Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Allgemeine Geschichte und Ko-Vorsitzender der Deutsch-Russischen Historikerkommission; Michail Sygar, Journalist, Schriftsteller, Leiter des Projekts „1917. Freie Geschichte“. Professor Nikolaus Katzer, ebenfalls Historiker und Direktor des DHI Moskau, moderierte das Kamingespräch.

Am Rande des Kamingesprächs wurden „Revolutionszeitschriften“ (wie „Krasnyj perez“ („Der Rotpfeffer”), „Bitsch“ („Geißel“), „Krasnyj djawol“ („Der Rote Teufel“) u.a.) aus der einzigartigen Privatsammlung von Prof. Aleksej Wengerow ausgestellt.

Das musikalische Programm des Abends wurde vom renommierten Ensemble „Studio für Neue Musik“ (musikalische Leitung: Hr. Tarnopolskij) themenbezogen gestaltet: auf dem musikalischen Programm des Kamingesprächs standen zeitgenössische Werke von Igor Strawinski, Nikolai Medtner, Alexander Skrjabin und Arthur Lourié.

Das Erbe und die Erben der Revolution in Russland und Deutschland

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