Die Ausstellung „Rilke und Russland“ macht Station in Moskau

Nikita Markov Bild vergrößern (© Nikita Markov) Der Dichter Rainer Maria Rilke unternahm 1899/1900 zwei Reisen nach Russland. Die dabei gewonnenen Eindrücke prägten sein Werk nachhaltig. Sie gestalteten auch die Wahrnehmung Russlands in Deutschland  mit. Bis zum 31. März 2018 ist Rilke erneut zu Besuch in Russland.

Anlässlich der Präsentation der deutsch-schweizerisch-russischen Ausstellung „RILKE UND RUSSLAND“ fand am 6. Februar ein Deutsch-Schweizerischer Residenzempfang in der Residenz des Deutschen Botschafters statt. Höhepunkt des Abends war eine exklusive und erstmalige Ausstellung von Porträts, die der Maler Leonid  Pasternak von Rainer Maria Rilke gefertigt hatte. Die Vize-Premierministerin der Russischen Föderation, Olga Golodez, war unter den Ehrengästen der Veranstaltung. Die Ausstellung selbst wurde am 7. Februar im Staatlichen Russischen Literaturmuseum eröffnet. Botschafter Rüdiger von Fritsch, der Schweizerische Botschafter Yves Rossier und der Kulturminister der Moskauer Stadtregierung, Alexander Kibowski, begrüßten die Gäste.  

Ein herausragendes trilaterales Kulturprojekt wird derzeit nach Stationen in Marbach (Deutsches Literaturarchiv), Zürich und Bern (Schweizerische Nationalbibliothek und Museum Strauhof) in Moskau in den zentralen Ausstellungsräumen des Staatlichen Russischen Literaturmuseums im Ostrouchow Haus gezeigt – die deutsch-schweizerisch-russische Ausstellung „RILKE UND RUSSLAND“. Aus diesem Anlass luden der Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Yves Rossier, und der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Rüdiger von Fritsch, zu einem gemeinsamen feierlichen Empfang ein.

Botschafter von Fritsch: „Die deutsch-schweizerisch-russische Ausstellung „Rilke und Russland“, welche die engen Verbindungen des großen Dichters mit Russland beleuchtet, hat zu Recht eine überwältigende Resonanz auf ihren bisherigen Stationen in Deutschland und in der Schweiz hervorgerufen. Dies zeigt, wie groß und lebendig das Interesse der breiten Öffentlichkeit in unseren Ländern an Persönlichkeit und Werk des Dichters Rainer Maria Rilke ist, der ein einzigartiger Brückenbauer nicht nur zwischen den literarischen Welten unserer Länder war. Zugleich wurde auch das große Interesse an Russland deutlich.“

„Der Name Rilke bedeutet viel für die europäische und ganz besonders für die russische Kultur. Bekanntlich fühlte sich Rilke eng mit Russland und seinen hervorragenden Menschen verbunden, sah unser Land als seine zweite Heimat.[…] Ich bin mir sicher, dass die Eröffnung der Ausstellung es uns ermöglichen wird, das künstlerische Erbe Rilkes neu zu entdecken und die kulturellen Brücken, die unsere Völker binden, neu zu bewerten.“ – so die Vize-Premierministerin der Russischen Föderation, Frau Olga Golodez.

Rilke und Russland – schon im Titel der Ausstellung liegt Magie. Wir denken an die Reisen Rilkes nach Russland um die Jahrhundertwende, an Fahrten auf der Wolga, an seine Gespräche mit Künstlern und Literaten, an Begegnungen mit einfachen Menschen. An die Faszination, die das damals vielen unbekannte Land, seine Kultur und Traditionen, auf ihn ausgeübt hat. Rilke hat diese Faszination aufgenommen und in seinem Werk übertragen. Auch heute übt Russland eine besondere Faszination für viele aus. Die Begeisterung, die die Ausstellung „Rilke und Russland“ beim Publikum in Deutschland und in der Schweiz erzeugt hat, spricht Bände.

Botschafter von Fritsch hat seinen Dank an alle ausgesprochen, die dazu beigetragen haben, den steinigen Weg der Vorbereitung dieser Ausstellung erfolgreich zu meistern: Deutsches Literaturarchiv, Schweizer Nationalbibliothek, Russisches Staatliches Literaturmuseum. Besonders gewürdigt wurde der wichtige Beitrag der Regierung der Russischen Föderation und des russischen Kulturministeriums.Rainer Maria Rilke war an diesem Abend zumindest am dritten Mal zu Gast in der Residenz.

Anlässlich des Startes des Projekts „Rilke und Russland“ fand hier 2016 ein Kamingespräch „Rainer Maria Rilke. Persönlichkeit, Nikita Markov Bild vergrößern (© Nikita Markov) Freiheit und Verantwortung“ statt. Ende November 2017 wurde ein Rilke-Porträts von Leonid Pasternak in der Residenz feierlich enthüllt und präsentiert. Nun war der berühmte deutsche Literat am 6. Februar 2018 wieder zu Gast in der Residenz in Powarskaja 46. Möglicherweise übt die besondere literarische Tradition dieser Moskauer Gegend eine magische Anziehungskraft aus.

Zur Einstimmung auf die Ausstellung wurden an diesem Abend erstmals in Moskau drei Original-Porträts präsentiert, die der berühmte russische Künstler Leonid Pasternak von Rainer Maria Rilke angefertigt hat. Zudem waren Original-Dokumente des bekannten deutschsprachigen Literaten zu sehen.

Die Organisatoren von „Rilke und Russland“ führten die Gäste des Abends in die Ausstellung ein. Es sprachen Prof. Dr. Dmitri Petrowitsch Bak, Direktor des Russischen Staatlichen Literaturmuseums, Marie-Christine Doffey, Direktorin der Schweizerischen Nationalbibliothek, Prof. Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Dr. Thomas Schmidt, der Künstlerische Leiter von „RILKE UND RUSSLAND“ stellte die drei Rilke-Porträts vor.

Leben und Werk von Rainer Maria Rilke zeigen sehr deutlich, wie außergewöhnlich eng die kulturellen Verbindungen zwischen unseren Ländern sind. Dies beinhaltet fast immer auch eine persönliche Dimension. Seine Beziehungen zu Russland waren so eng wie die keines anderen „westlichen“ Schriftstellers seiner Zeit. Er lernte Russisch, las russische Klassiker im Original und schrieb selbst einige Gedichte in russischer Sprache. Im Rahmen des deutsch-schweizerischen Empfangs konnten die Gäste zwei dieser Gedichte sowie einige Werke von Dmitri Schostakowitsch hören können. Das musikalische Programm des Abends wurde von Anton Kuprjachow (Tenor), Anna Gerstein (Klavier) und Yoshio Hamano (Klavier) gestaltet.

Die Deutsche Botschaft Moskau dankt ihren Partnern für die organisatorische und inhaltliche Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung.

Rilke und Russland

Nikita Markov