Russlanddeutsche Komponisten zurück im Moskauer Konservatorium

Am 4. Juni 2017 fand das Konzert „Russlanddeutsche Komponisten“ im Moskauer Staatlichen Tschajkowskij-Konservatorium statt. Mit diesem gemeinsamen Projekt haben das Moskauer Konservatorium, das sein 150-jähriges Jubiläum begeht, und die Deutsche Botschaft Moskau den großen Beitrag russlanddeutscher Komponisten zur Gründung und Entwicklung des Konservatoriums gewürdigt. Das Projekt wurde aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

Deutsche Botschaft Moskau Bild vergrößern Andreas Meitzner, Geschäftsträger a.i. (© Deutsche Botschaft Moskau) Andreas Meitzner, Geschäftsträger a.i., eröffnete die Abendveranstaltung im renommierten Rachmaninow-Saal des Moskauer Konservatoriums. Er wies darauf hin, dass mit diesem Konzert „der außerordentliche Beitrag der Russlanddeutschen zu Gründung des Moskauer Konservatoriums und zu seiner Entwicklung hin zu einer musikalischen Einrichtung von Weltruf“ gewürdigt wird.

Der künstlerische Leiter des „Studios Neue Musik“ Wladimir Tarnopolski begrüßte die Gäste des Konzerts im Namen des Moskauer Konservatoriums und unterstrich dessen langjährige musikalisch-pädagogische Verbindungen mit Deutschland. „Wir wollen die jahrhundertelange deutsch-russische Verwobenheit, auch im Bereich der Kunst und Kultur, einem breiten Publikum in unseren beiden Ländern zeigen und insbesondere junge Menschen ermutigen, diese engen Verbindungen auch künftig mit Leben zu erfüllen“, - so auch Andreas Meitzner. Diese enge Zusammenarbeit zwischen dem Moskauer Konservatorium und deutschen Partnern, symbolisiert durch die kürzliche Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der Hochschule für Theater und Musik in München, wird auch gegenwärtig intensiv fortgesetzt.

Deutsche Botschaft Moskau Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft Moskau) Die Erfolgsgeschichte des Konservatoriums ist mit den Namen der deutschen Professoren verbunden, die hier gewirkt haben, wie Wilhelm Fitzenhagen, Bernhard Kossmann, Ferdinand Büchner oder Reinhold Glier. Eine bedeutende Rolle bei der Etablierung des Hauses haben auch die großzügigen Mäzene, wie die Familien von Meck und von Dervis, gespielt. So ist z.B. die prachtvolle Orgel, die seinerzeit Sergej Pawlowitsch von Dervis dem Moskauer Konservatorium geschenkt hat, inzwischen zum Symbol des Moskauer Konservatoriums geworden.

Das musikalische Programm des Abends bot dem Moskauer Publikum ausgewählte Werke bekannter russlanddeutscher Komponisten an, deren Namen und Werke heutzutage wieder fest im Bewusstsein der Musikliebhaber verankert sind. Dazu haben zwei herausragende Ensembles maßgeblich beigetragen, die am 4. Juni aufgetreten sind: das Ensemble „Studio der Neuen Musik“ unter der musikalischen Leitung von Herrn Wladimir Tarnopolski und der Konzert-Chor der Schnittke-Musikhochschule unter der künstlerischen Leitung von Herrn Aleksandr Solowjow.

Auch die Botschaft bemüht sich, das Erbe russlanddeutscher Komponisten für die Öffentlichkeit zu bewahren. Die mit der Unterstützung der Botschaft erschienenen Bücher über Alfred Schnittke und Nikolaj Medtner wurden im Rande des Konzerts im Foyer des Konservatoriums ausgestellt.

Alfred Schnittke wird mit den Worten zitiert: "…in der jetzigen Situation der Musik ist alles alt, es gibt ja nichts mehr Neues. Daher könnte nur die persönliche Einstellung zu dieser Situation neu sein. Also nicht was gemacht wird, sondern wie es gemacht wird." Die positive Resonanz des Konzerts bewies, dass es den Musikern gelungen ist, eine solche positive Einstellung zur Musik der russlanddeutschen Komponisten zu finden.

Russlanddeutsche Komponisten im Konservatorium