Botschafter von Fritsch diskutiert mit Studierenden der Higher School of Economics in Moskau

Botschafter von Fritsch hat am 17. Januar einen Vortrag an der Higher School of Economics (HSE) Moskau gehalten und mit etwa 200 Studierenden diskutiert.

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In seinem Vortrag ging Botschafter von Fritsch unter dem Titel „Russland, Deutschland, Europa – wie weiter?“ insbesondere auf die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland ein. Historisch gesehen habe Russland zu keinem anderen Land im Westen so enge Beziehungen gehabt wie zu Deutschland - ob in Kultur, Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft. „Deutschland und Russland haben gemeinsam gute und schwierige Zeiten erlebt“, so der Botschafter. Durch den Ukraine-Konflikt sei es zu Spannungen in den Beziehungen gekommen. Um eine weitere Eskalation des Konfliktes zu verhindern und um dem Regel- und Vertrauensbruch zu begegnen, habe die EU auf Annexion der Krim mit Sanktionen und einem beharrlichen Dialogangebot reagiert.

Botschafter von Fritsch sieht Chancen für eine Lösung des Ukraine-Konfliktes. Leider seien die letzten globalpolitischen Tendenzen für eine Kompromisssuche allerdings nicht gerade hilfreich: einzelne Staaten handelten im Alleingang, gäben multilaterale Abkommen auf. Die Geschichte habe gezeigt, dass ein solches Vorgehen nicht funktioniere, weil es zu Konflikten führe. Eine Antwort stelle die Geschichte der EU dar: Es gehe darum, die Interessen aller so miteinander zu verschränken, dass alle einen Nutzen zögen und jeder, der einem anderen schaden wolle letztlich sich selber schade, so der Botschafter. Darin bestehe das Erfolgsgeheimnis der 70-jährigen Friedensperiode in Westeuropa.

Die Beziehungen mit Russland sollen weiterentwickelt werden, fügte der Botschafter hinzu. Einer der Kooperationsbereiche seien Bildung und Wissenschaft. Auch wirtschaftlich pflegen Deutschland und Russland eine enge Kooperation. „Wir sehen keine Alternative zu den guten deutsch-russischen und europäisch-russischen Beziehungen“, fügte der Botschafter hinzu.

Im Anschluss zu dem Vortrag fand eine Diskussion statt. Die Studierenden richteten Fragen an den Botschafter, u.a. zur Zukunft der Beziehungen zwischen der EU und Russland, zur Lösung des Ukraine-Konflikts, zur Rolle Deutschlands in der EU, zu Zuwanderung und Migration sowie zu Aussichten für die russische Wirtschaft. Insgesamt nahmen gut 200 Studierende aus verschiedenen Fakultäten an der Veranstaltung teil. Botschafter von Fritsch besuchte die HSE bereits zum zweiten Mal – im Dezember 2015 hielt er dort zum ersten Mal einen Vortrag.

Botschafter diskutiert mit Studierenden

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