Elisabeth von Hessen-Darmstadt: Persönlichkeit, Freiheit und Verantwortung

Das erste diesjährige Kamingespräch der Reihe „Persönlichkeit, Freiheit und Verantwortung“ wurde der deutschen Prinzessin Elisabeth Prinzessin von Hessen-Darmstadt gewidmet. Am 21. März 2017 lud der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland Rüdiger von Fritsch zum Austausch über die Rolle und Wahrnehmung der Heiligen Großfürstin heute und ihr Erbe für die Zukunft nicht nur für die religiöse Dimension der deutsch-russischen Beziehungen ein. Das Kamingespräch fand mit freundlicher Unterstützung der Landesbank Hessen-Thüringen (HELABA) und in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Elisabeth- und Sergius Aufklärungsgesellschaft“ statt.

Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche Bild vergrößern Es wurden einige persönliche Gegenstände der Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna und des Großfürsten Sergej Aleksandrowitsch ausgestellt. (© Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche)

In Russland ist Elisabeth Prinzessin von Hessen-Darmstadt als die Heilige Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna bekannt. Nach der Ermordung ihres Mannes, des Großfürsten und Moskauer Generalgouverneurs Sergej Alexandrowitsch,  fasste sie den Entschluss, ihr Leben den Armen und Leidenden zu widmen und stellte den Großteil ihres Besitztums für wohltätige Zwecke bereit. Sie begründete das Modell der Martha-Maria- Schwesternschaft an der Schnittstelle eines orthodoxen Klosters und der Diakonie im evangelisch- lutherischen Sinne. Am 18.07.1918 wurde sie durch die Tscheka ermordet. Als letzte Worte soll sie folgenden Bibelvers zitiert haben: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“.

Mit dem Kamingespräch am 21. März 2017 haben die teilnehmenden Experten aus Deutschland und Russland an das Wirken und das Erbe der Prinzessin Elisabeth / Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna erinnert, in einem Jahr, in dem auch dem 100. Jahrestag der Russischen Revolutionen und ihrer unzähligen Opfer gedacht wird.

Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung „Elisabeth- und Sergius Aufklärungsgesellschaft“ wurden einige persönliche Gegenstände der Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna und des Großfürsten Sergej Aleksandrowitsch ausgestellt. Damit erhielt der Kaminabend eine besondere persönliche Note.

Den Impulsvortrag des kurzfristig verhinderten Metropoliten von Wolokolamsk Hilarion (Vorsitzender der Abteilung für kirchliche Außenbeziehungen des Moskauer Patriarchats) verlas Vater Sergij Tscherkassow. Der Metropolit würdigte die Rolle der Heiligen Jelisaweta Fjodorowna als symbolhaft für die historischen deutsch-russischen Verbindungen.

Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche Bild vergrößern (© Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche)

Im Anschluss fand ein offener Austausch der Experten aus Deutschland und Russland statt: Frau Dr. Anna Gromowa (Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stiftung „Elisabeth- und Sergius Aufklärungsgesellschaft“), Herr Prof. Sergej Stepaschin (Vorsitzender der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina- Gesellschaft, Ministerpräsident der Russischen Föderation a.D.), Herr Prof. Dr. Matthias Stadelmann (Friedrich- Alexander Universität Erlangen- Nürnberg) und Herr Prof. Stegnij (Botschafter a.D., Historiker). Die Moderation übernahm Miguel Palacio, Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Fragen: Was bedeutet Jelisaweta Fjodorowna heute für jeden einzelnen? Wie wird diese herausragende Symbolfigur in Russland und in Deutschland gesehen? Welche historisch-politischen Hintergründe spiegeln sich in der einzigartigen Biografie der Prinzessin Elisabeth wieder? Wie war der geistige Lebensweg der Großfürstin und wie war dabei die Rolle des Gatten, Großfürsten Sergej Alexandrowitsch? Was wird getan und was soll getan werden, damit das humanistische Vermächtnis der Großfürstin weiterlebt und vor allem junge Generationen  erreicht? Die Anwesenden waren sich einig: mit dieser Veranstaltung hat man nicht nur der Heiligen Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna die Ehre erwiesen, sondern auch einen weiteren Schritt zur Verbreitung ihres christlich-humanistischen Erbes gemacht. Diese Arbeit soll intensiv fortgesetzt werden.

Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche Bild vergrößern (© Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche) Bekanntlich liebten Elisabeth von Hessen-Darmstadt und ihr Gatte Großfürst Sergej Alexandrowitsch Musik, die auch an diesem Abend nicht fehlte. Die jungen Musiker der renommierten Moskauer Beethoven-Musikschule und deren Leiter Herr Alexander Palizyn sorgten für eine hervorragende Gestaltung des musikalischen Programms.

 

Elisabeth von Hessen-Darmstadt

Pressedienst der St. Kyrill und Method-Graduiertenschule der Russisch-Orthodoxen Kirche