Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra - Wirtschaftsinformationen

Allgemeine Informationen zum Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra

Fläche: 534.800 qkm

Einwohner 01.01.2011: 1.536.800

Hauptstadt: Chanty-Mansijsk (67.800 Einwohner)

Weitere Großstädte: Surgut (294.200 Einwohner), Nishnewartowsk (243.500 Einwohner), Neftejugansk (115.700 Einwohner)

Bruttoregionalprodukt (BRP) 2012: 2.686 Mrd. RUR (ca. 67,3 Mrd. EUR)

BRP pro Kopf 2012: 1.707.991 RUR (ca. 42.779 EUR)

Durchschnittseinkommen 2012: 36.345 RUR (ca. 910 EUR) pro Monat

Durchschnittseinkommen 2013: 39.360 RUR (ca. 930 EUR) pro Monat

Entscheidungsträger:

Gouverneurin des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra: Natalja Komarowa

Bevollmächtigter Repräsentant des Präsidenten der RF (Föderationskreis Ural): Igor Cholmanskich

Bürgermeister der Stadt Chanty-Mansijsk: Wassili Filippenko

Als verhältnismäßig junge selbständige Region (gegründet am 10.12.1930; verwaltungsrechtlich dem Gebiet Tjumen zugeordnet) hat sich der Autonome Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra in den letzten 40 Jahren intensiv entwickelt. Die Besonderheit des Bezirks, der von seiner Fläche her etwas größer als Spanien ist, liegt in seinen reichen Öl- und Gasvorkommen. 2011 kamen knapp 51,3% des russischen Erdöls aus dem Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra. Im Vergleich zu anderen Regionen der Russischen Föderation zeichnet sich der Bezirk durch relativ günstige demographische Werte aus, wie z. B. eine verhältnismäßig hohe Lebenserwartung.

Wirtschaftliche Lage und ökonomische Perspektiven

Wirtschaftssektoren:

Die Industriestruktur des Bezirks ist ganz auf den Erdölreichtum zugeschnitten:

89% Öl- und Gasindustrie

6% Elektroenergetik

3% Maschinenbau und Metallverarbeitung

2% Gasverarbeitung

0,3% Forstwirtschaft und Holzverarbeitung

0,3% Produktion von Baumaterialien

0,2% Nahrungsmittelindustrie

0,1% Ölverarbeitung

Hauptprodukte des Bezirks:

Öl, Gaskondensat, Gas, Nutzholz, Elektroenergie, Baumaterialien (Ziegel), Viehzuchtprodukte.

Bodenschätze:

Die wichtigsten Bodenschätze des Bezirks sind Öl und Gas; darüber hinaus werden Seifengold und Gangquarz abgebaut. Andere bedeutende Vorkommen von mineralischen Bodenschätzen befinden sich noch im Stadium der Erschließung. Bereits erschlossen sind folgende Vorkommen: Braun- und Steinkohle, Eisenerz, Kupfer, Zink, Blei, Niobium, Tantal, Bauxit, u.a.

Im Vorbereitungsstadium für den Abbau befinden sich Lagerstätten für Dekorationssteine, Ziegelton und Porensinter sowie Bausand. Auch wurden Gesteinsvorkommen mit bedeutenden Filter- und Sorptionsfähigkeiten festgestellt, darunter zeolithhaltige und vulkanische Gesteine. Außerdem gibt es jod- und bromhaltige Mineralwasserquellen.

Mehr noch als die anderen Uralregionen verfügt der Autonome Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra über umfangreiche Waldbestände, die die Grundlage für eine bislang noch nicht besonders bedeutende Forstwirtschaft bilden.

Erdöl- und Ergasförderung:

Für den Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra werden mehr als 270 erforschte Ölvorkommen angegeben, 50 davon mit einer Jahresfördermenge über 1 Mio. Tonnen. Die bedeutendsten Lagerstätten sind Samotlorskoje, Fedorowskoje, Mamontowskoje und Priobskoje.

2013 wurden 255,1 Mio. Tonnen Erdöl gefördert (im Jahr 2012 – 259,9 Mio. Tonnen), hauptsächlich von folgenden Unternehmen:

- Rosneft

- Surgutneftegas

- Lukoil

- TNK-BP.

Die Gasförderung im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra lag 2013 bei 36,7 Mrd. m3 (2012 bei 36,2 Mrd. m3), wovon über die Hälfte auf das Unternehmen Surgutneftegas entfällt, gefolgt von TNK-BP, Lukoil und Rosneft.

Da alle großen Öl- und Gas-Vorkommen im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra bereits erschlossen sind, richten sich die weiteren Bestrebungen nunmehr zum einen auf die Suche und Erschließung von Nebenvorkommen in der Nähe der bereits mit Infrastruktur versehenen Hauptvorkommen, zum anderen auf die Erkundung zusätzlicher Ausbeutungsmöglichkeiten der bereits vorhandenen Lagerstätten (Erkundungsbohrungen, seismografische Untersuchungen).

Holzverarbeitende Industrie:

Ca. 87% des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra besteht aus Taiga mit einer Waldfläche von ca. 49 Mio. Hektar, was 4,5% der gesamten Waldfläche Russlands entspricht. Die Holzressourcen betragen über 3,1 Mrd. m³, wovon 1,5 Mrd. m³ unmittelbar nutzbar sind. Etwa 10% der Waldfläche werden zur gewerbsmäßigen Holzgewinnung genutzt. 17 große und mittlere Unternehmen beschäftigen sich mit der Holzgewinnung und –verarbeitung. Der Bereich der Forstwirtschaft und der Holzverarbeitung weist ein besonders großes Entwicklungspotential auf, da noch ein großer Teil der Waldflächen unerschlossen ist.

Energiewirtschaft:

Die Energiewirtschaft des Bezirks teilt sich in einen zentralisierten und einen dezentralisierten Bereich. Zum zentralisierten Bereich zählen die aus der Umstrukturierung der offenen Aktiengesellschaft Tjumenenergo hervorgegangenen Stromerzeuger, zum dezentralisierten die selbständigen Diesel- und Gasturbinenkraftwerke.

Im Jahr 2011 wurden 83,4 Mrd. KWh erzeugt, womit der Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra der größte Stromerzeuger unter allen Regionen Russlands ist. Die wichtigsten Energieerzeuger im Bezirk sind die Elektrizitätswerke Surgutskaja GRES-1, Surgutskaja GRES-2 und Nishnewartowskaja GRES. Surgutskaja GRES-2 ist eines der leistungsstärksten Wärmekraftwerke der Erde. Es besteht aus 6 Kraftwerksblöcken mit einer Leistung von je 800 Megawatt. Diese Kraftwerke werden mit dem bei der Erdölförderung anfallenden Begleitgas sowie mit Erdgas betrieben.

Außenhandel:

Der Außenhandelsumsatz des Bezirkes betrug im Jahr 2012 insgesamt ca. 25 Mrd. USD. Dieser wurde zu einer überwältigenden Mehrheit von den Exporten des Gebiets ausgemacht, die 2012 ca. 23,9 Mrd. USD betrugen. Davon betrug der Exportanteil nach Deutschland ca. 3,27 Mrd. USD. Die Importe des Gebiets dagegen lagen „nur“ bei ca. 1 Mrd. USD. Die größten Importpartner im Jahr 2012 waren die USA, Frankreich, China, Kanada und Deutschland (35 Mio. USD).

Im Jahr 2013 betrug der Außenhandelsumsatz des Bezirks 23,8 Mrd. USD. Der Anteil der Exporte lag bei 95,6% und der Importe bei 4,4%.

Bedarf des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra

Öl- und Gassektor:

In der Region besteht Interesse am Aufbau von Investitionspartnerschaften im Bereich der Öl- und Gasverarbeitung sowie in der Chemieindustrie.

Gute Perspektiven bietet der Dienstleistungs- und Wartungsbereich rund um die Öl- und Gasindustrie: So besteht Bedarf an grundlegender Modernisierung von Ölförderanlagen, an der Herstellung von Metallkonstruktionen, an Verfahren zur Abstützung ölführender Schichten sowie an der Herstellung von Kabeln.

Ein wichtiges Thema stellt auch die Nutzbarmachung von Erdgas an abgelegenen Förderpunkten sowie die Umwandlung von Begleitgas in Elektroenergie dar.

Es besteht Bedarf an Ausrüstung, wie z.B. Elektrozentrifugalpumpen sowie Rohrleitungen zur Modernisierung des Öl- und Wasserleitungssystems. Darüber hinaus besteht Bedarf in den Bereichen Automatisierung, Logistik sowie Ausbildung von Führungspersonal.

Innovationssektor:

Zur Lösung wissenschaftlich-praktischer Aufgaben wird eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Herstellung hochreiner Materialien für den Elektronikbereich angestrebt.

Interesse besteht auch an gemeinsamen Projekten im Bereich Umweltschutz. Im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Modernisierung des Wohnungsbestands entsteht darüber hinaus ein erhöhter Bedarf an Baumaterialen und neuen Bautechnologien, sowohl für den gewerblichen als auch für den Wohnungsbau.

Nutzbarmachung natürlicher Ressourcen und mineralischer Bodenschätze:

Beim föderalen Projekt Урал Промышленный – Урал Полярный ("Ural industriell - Ural polar", Webseite in englischer Sprache http://www.en.cupp.ru/ ) geht es um die Erschließung und den Abbau der reichen Bodenschätze im nördlichen und jenseits des Polarkreises liegenden Uralgebiets sowie die Schaffung einer Infrastruktur für deren Transport (Verbindung des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen mit dem Gebiet Swerdlowsk über das Territorium des Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra).

 Der Güterstrom durch diesen Transportkorridor in Richtung Süden wird auf durchschnittlich 20 Mio. Tonnen jährlich geschätzt. Durch den Bau einer neuen Eisenbahnverbindung könnten überdies auch zahlreiche andere Rohstoffvorkommen Anschluss an eine funktionstüchtige Infrastruktur erhalten und somit nutzbar gemacht werden.

Wichtige Großunternehmen

Die wichtigsten im Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra tätigen Öl- und Gaskonzerne sind:

Lukoil: 18% der Erdöl-Gesamtfördermenge der Russischen Föderation (entspricht 2% der Weltfördermenge) stammen von Lukoil, http://www.lukoil.com/

Surgutneftegas: 13% des russischen Erdöls liefert Surgutneftegas; zudem ist das Unternehmen innerhalb des Bezirks der Hauptlieferant für Deutschland mit einer Liefermenge von ca. 10 - 11 Mio. Tonnen pro Jahr, http://www.surgutneftegas.ru/en/

Rosneft: Der weltgrößte russische Ölkonzern ist ebenfalls im Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra tätig, http://www.rosneft.com/

TNK-BP: wurde Ende März 2013 vom staatlich kontrollierten russischen Mineralölkonzern Rosneft übernommen, http://www.tnk-bp.com/en/

Slavneft: gehört je zur Hälfte TNK-BP und Gazprom Neft, http://www.slavneft.ru/eng/

Gazprom Neft: (ehemals: Sibneft), ist der fünftgrößte Ölproduzent in Russland, http://www.gazprom-neft.com/

RussNeft: http://eng.russneft.ru/

Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen-Jugra

Stadtansicht Jekaterinburg

Amtliche Webseiten des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra

Flagge des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen-Jugra

Bezirksverwaltung der Chanten und Mansen-Jugra

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