Autonomer Bezirk der Jamal-Nenzen - Wirtschaftsinformationen

Allgemeine Informationen zum Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen

Fläche: ca. 769.000 qkm

Einwohner 01.01.2012: 536.600 (davon 7% Ureinwohner)

Hauptstadt: Salechard (34.000 Einwohner)

Weitere bedeutende Städte: Nojabrsk (ca. 100.000 Einwohner), Nowy Urengoj (ca. 100.000 Einwohner ), Nadym (48.000 Einwohner)

Bruttoregionalprodukt (BRP) 2012: 1.192 Mrd. RUR (ca. 29,9 Mrd. EUR)

BRP pro Kopf 2012: 2.211.580 RUR (ca. 55.392 EUR)

Durchschnittseinkommen 2012: 56.685 RUR (ca. 1.420 EUR) pro Monat

Entscheidungsträger:

Gouverneur des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen: Dmitrij Kobylkin

Bevollmächtigter Repräsentant des Präsidenten der RF (Föderationskreis Ural): Igor Cholmanskich

Leiter der Verwaltung der Hauptstadt Salechard: Iwan Kononenko

Bürgermeister der Hauptstadt Salechard (Vorsitzender der Stadtduma): Alexandr Spirin

Die Wirtschaft des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen wird mit einem Anteil von 94 Prozent von der Gas- und Ölindustrie dominiert. 30 Prozent der weltweiten Gasvorkommen befinden sich auf dem Territorium der Russischen Föderation. Davon stammen 90 Prozent aus dem Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen. Darüber hinaus werden in dem Bezirk 10 Prozent des russischen Gaskondensats und 15 Prozent des russischen Erdöls gefördert. Daneben sind noch die Rentierzucht (mit mehr als 600.000 Tieren verfügt der Bezirk über die weltgrößten Rentierherden), der Fischfang (ca. 60 Prozent des Weltbestands an Blaufelchen und Renken, jährliche Fangmenge 6.000 - 10.000 Tonnen) und die Pelztierzucht (13 Betriebe) wirtschaftlich bedeutsam.

Wirtschaftliche Lage und ökonomische Perspektiven

Wirtschaftssektoren:

60% Gasförderung

34% Ölförderung

6% Sonstige

Hauptprodukte des Bezirks:

Gas, Erdöl, Gaskondensat, Fisch, Rentierfleisch, Pelzwaren

Bodenschätze:

Die mit Abstand wichtigsten Bodenschätze des Bezirks sind Erdgas und Erdöl. Im Bezirk gibt es außerdem Eisen- und Buntmetallvorkommen mit einer abbauwürdigen Goldkonzentration, Chromeisengestein, Mangan, qualitativ hervorragende Phosphorvorkommen, Bauxit und Baryt.

Darüber hinaus liegen 42% der Kupfervorkommen des Uralgebiets im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen.

Erdgas- und Erdölförderung:

Der Autonome Bezirk der Jamal-Nenzen ist und bleibt bis auf weiteres die größte Gasförderungsregion Russlands und auch der ganzen Welt.

Im Bezirk gibt es mehr als 200 erschlossene Lagerstätten, von denen die folgenden 18 als besonders hochwertig eingestuft werden: Urengojskoje, Jamburgskoje, Sapoljarnoje, Medweshje, Sewero-Urengojskoje, Komsomolskoje, Charampurskoje, Jamsoweiskoje, Bowanenkowskoje, Krusenschternskoje, Charasaweiskoje, Jushno-Tambeiskoje, Leningradskoje, Sewero-Tambeiskoje, Jushno-Russkoje, Rusanowskoje, Utrenneje und Malyginskoje.

In den ersten 10 Monaten des Jahres 2013 wurden im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen folgende Mengen gefördert:

- Erdgas: ca. 445,2 Mrd. m3

- Erdöl: ca. 18,1 Mio. Tonnen

- Gaskondensat: ca. 12,7 Mio. Tonnen.

Außenhandel und gemeinsame Projekte mit Deutschland:

Nach Deutschland wird vor allem Gas und Gaskondensat exportiert. Im Jahr 2012 waren es über 33,16 Mrd. m³, im Jahr 2013 sogar ca. 40,18 Mrd. m3 (+21,2%)

Der Import aus Deutschland betrug im Jahr 2013 659.000 USD und bestand zu 98,5% aus Maschinen und Anlagen sowie technischen und mechanischen Ausrüstungsgegenständen.

Für die gemeinsame Ausbeutung tief liegender Gasvorkommen in der Achimow-Formation des Erdgasfeldes Urengoj in Westsibirien wurde von der deutschen Wintershall Holding GmbH und dem russischen Konzern OAO Gazprom http://www.gazprom.com/ das Gemeinschaftsunternehmen ZAO Achimgaz gegründet  http://www.achimgaz.ru/  oder http://www.wintershall.com/weltweit/russland/nowy-urengoi.html

Für den Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen ist die 1.224 Kilometer lange North Stream Pipeline, die von Wyborg (bei St. Petersburg) durch die Ostsee nach Lubmin (nahe Greifswald) führt, besonders wichtig. Der Autonome Bezirk der Jamal-Nenzen ist Hauptlieferant des in dieser Pipeline transportierten Gases. Der erste Pipelinestrang wurde Mitte November 2011 in Betrieb genommen, der zweite Leitungsstrang im Oktober 2012. Jeder Pipelinestrang weist eine Transportkapazität von ca. 27,5 Mrd. m3 Gas pro Jahr auf.

Bedarf des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen

Dienstleistungen im Energiesektor:

Der Dienstleistungsbereich im Energiesektor bietet ein großes Potential für deutsche Unternehmen. In Russland wächst die Nachfrage nach Ausrüstungen zur Förderung und Verarbeitung von Rohöl und Erdgas. Allein für Bohrausrüstungen besteht in den kommenden fünf Jahren ein Bedarf im Wert von 10 - 14 Mrd. USD. Die beiden Staatskonzerne Gazprom und Rosneft sind vom Ministerium für Industrie und Handel angehalten, mindestens 70% ihrer Fördertechnik von russischen Maschinenbauunternehmen zu beziehen. Auf Bohrtechnik spezialisierte deutsche Firmen sollten daher die Möglichkeiten einer Lokalisierung ihrer Produktion in Russland prüfen. Nach Angaben des Wirtschaftsdepartments des Bezirks wird die Aufnahmefähigkeit des Dienstleistungsmarktes im Energiesektor auf 4 Mrd. USD pro Jahr geschätzt. Es herrscht zudem Nachfrage nach qualitativ hochwertiger Bohrlochwartung und –reparatur sowie nach einer gemeinschaftlichen Entwicklung von Kondensatleitungen. Eine Zusammenarbeit mit deutschen Firmen existiert bereits bei der Durchführung von Horizontal- und Flachbohrungen, beim hydraulischen Aufbrechen von Schichten, der geologischen Erkundung und der IT-Betreuung.

Aktuelle Projekte sind zudem die Errichtung von Anlagen zur Gasverflüssigung. Zwei Konzerne investieren derzeit in Flüssigerdgas-Anlagen (LNG-Anlagen) im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen. Im Jahr 2013 wurde vom russischen Gesetzgeber dem Konzern Gazprom das Monopol zum LNG-Export entzogen, weshalb nun Wettbewerber wie das Unternehmen Novatek diesen Markt betreten. Das russisch-französisch-chinesische Joint Venture Jamal LNG, an dem Novatek 60% der Anteile hält, plant, im Jahr 2016 eine LNG-Anlage auf der Halbinsel Jamal in Betrieb zu nehmen. Aber auch Gazprom hat vor, dort in neue Kapazitäten zur Gasverflüssigung zu investieren.

Innovationssektor:

Der Gouverneur des Gebiets ist daran interessiert, neue Branchen für die Region zu erschließen, u.a. auch ökologische Technologien. So sollen Abfallverarbeitungs- und Abwasserentsorgungsanlagen errichtet sowie die nahrungsmittelverarbeitende Industrie ausgebaut werden.

Des Weiteren besteht große Nachfrage nach "intelligenten" Baumaterialien, die die extremen Temperaturen nicht nur überstehen, sondern auch - etwa durch Wärmedämmungseigenschaften - zusätzliche positive Effekte bewirken können. Im Baubereich sind derzeit bereits die Türkei und die VR China aktiv. Angesichts der Tatsache, dass in der Hauptstadt Salechard die ersten festen Steinhäuser aus dem Jahr 1996 stammen, besteht hier enormer Nachholbedarf. Ferner wäre ein Angebot an mobilen Systemen zur Kleinenergetik willkommen, da besonders im nördlichen Teil Jamals weit voneinander entfernte Siedlungen der Urbevölkerung versorgt werden sollen.

Nutzbarmachung natürlicher Ressourcen und mineralischer Bodenschätze:

Beim föderalen Projekt Урал Промышленный – Урал Полярный ("Ural industriell - Ural polar", http://www.en.cupp.ru/ ) geht es um die Erschließung und den Abbau der reichen Bodenschätze im nördlichen und jenseits des Polarkreises liegenden Uralgebiets, insbesondere der Jamal-Halbinsel am arktischen Meer, sowie um die Schaffung einer modernen Infrastruktur für deren Transport (Verbindung des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen mit dem Gebiet Swerdlowsk). In diesem Zusammenhang soll aber auch die Lebensqualität der ansässigen Bevölkerung verbessert werden.

Teile der rund 1.500 km langen Eisenbahnstrecke Bowanenkowo – Obskaja – Polunotschnaja sind bereits fertig gestellt; mit der vollständigen Inbetriebnahme wird ca. 2015 gerechnet. Auch Straßen und das Stromnetz sollen deutlich ausgebaut werden, um die Voraussetzungen für die Ausbeutung der verfügbaren Ressourcen zu erfüllen.Der Gesamtwert der dortigen mineralischen Bodenschätze (Chrom, Mangan, Kupfer, Phosphorite, Quarze u. a.) wird auf 290 Mrd. USD, die Masse der Eisenerzvorkommen auf 5,5 Mrd. Tonnen geschätzt. Des Weiteren ist die Erschließung der ebenfalls als riesig eingeschätzten fossilen Brennstoffvorkommen auf der Halbinsel Jamal sowie auf dem Festlandsockel der Karasee und der Barentssee geplant. Derzeit läuft die wirtschaftlich-technische Ausarbeitung des Projekts. Bei der Umsetzung dürften vermutlich ebenfalls Beteiligungsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen bestehen.

Wichtige Großunternehmen im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen

Gaskonzerne:

Im Jahr 2011 förderten 35 Unternehmen Gas an 89 Fundorten. Knapp 85% des 2011 im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen gewonnenen Gases entfielen dabei auf Tochterunternehmen von Gazprom. Gaskondensat wurde 2011 von 21 Firmen an 27 Fundorten gefördert.

OOO Gazprom dobycha Nadym: Gas, Gazprom-Tochterfirma,

http://www.gazprom.com/about/subsidiaries/list-items/gazprom-dobycha-nadym/

OOO Gazprom dobycha Urengoy: Gaskondensat, Gazprom-Tochterfirma,

http://www.gazprom.com/about/subsidiaries/list-items/gazprom-dobycha-urengoy/

OOO Gazprom dobycha Yamburg: Gaskondensat, Gazprom-Tochterfirma,

http://www.gazprom.com/about/subsidiaries/list-items/gazprom-dobycha-yamburg/

OOO Gazprom dobycha Noyabrsk: Gas, Gazprom-Tochterfirma,

http://www.gazprom.com/about/subsidiaries/list-items/gazprom-dobycha-noyabrsk/

ZAO Rospan International: Gaskondensat, Tochterfirma der TNK-BP Holding

http://www.tnk-bp.ru/en/production/enterprises/rospan/

Erdölkonzerne:

Erdöl wurde 2011 im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen von 17 Firmen an 57 Fundorten gefördert, zu über 90 Prozent von vertikal-integrierten Tochterfirmen der bekannten Ölkonzerne.

OAO Gazprom Neft: im Bezirk tätige Tochterunternehmen: OAO Gazprom Neft-Noyabrskneftegas, OOO Zapolyarneft, OAO Meretoyakhaneftegaz, http://www.gazprom-neft.com/company/organization.php   http://www.gazprom-neft.com/

OOO Purneftegaz: Öl, Gas und Gaskondensat, Tochterunternehmen von OAO Rosneft, http://www.rosneft.com/Upstream/ProductionAndDevelopment/western_siberia/purneftegaz/

Autonomer Bezirk der Jamal-Nenzen

Stadtansicht Jekaterinburg

Amtliche Webseiten zum Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen

Flagge des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen

Regierung Autonomer Bezirk der Jamal-Nenzen

Wirtschaftsinformationen