Holocaust-Gedenkveranstaltung in Nowosibirsk

Holocaust-Gedenktag in Nowosibirsk Bild vergrößern (© TV-Sender "NSK 49") Das Deutsche Generalkonsulat  Nowosibirsk beging den internationalen Holocaust-Gedenktag zum fünften Mal seit 2013 mit einer Reihe gemeinsam mit dem Israelischen Kulturzentrum vor Ort organisierter Gedenkveranstaltungen. Am Vorabend fand eine Gedenkzeremonie und Filmvorführung statt, am 27. Januar die Ausstellungseröffnung in der wissenschaftlichen Gebietsbibliothek Nowosibirsk „Visum für das Leben“ und eine öffentliche Diskussion zum Thema. Die Ausstellung erzählt die Geschichten von Diplomaten, die unzähligen Menschen, meistens Juden, zur Zeit des Nationalsozialismus das Leben retteten.

Am 26. Januar lud  das Deutsche Generalkonsulat gemeinsam mit dem Israelischen Kulturzentrum Nowosibirsk zu einer Gedenkveranstaltung ins Kino „Pobeda“ ein. Neben dem Ersten Sekretär der Israelischen Botschaft und der Leiterin des Israelischen Kulturzentrums Nowosibirsk, Iris Zwaig, sowie dem deutschen Generalkonsul in Nowosibirsk, Viktor Richter, hielten der Erzpriester der hiesigen orthodoxen Kirche, Alexander Remorow, der Bischof der katholischen Kirche Nowosibirsk, Joseph Werth, und der Propst der evangelischen Kirche Omsk, Wladimir Winogradow, kurze Ansprachen zu Ehren der Opfer des Holocaust. Der Oberrabbiner von Nowosibirsk und des Sibirischen Föderalen Bezirks, Schneur Salman Saklos, gedachte der sechs Millionen Opfer der Schoah. Im Anschluss an das Totengedenken wurde der vom GI zur Verfügung gestellte DEU Film „Im Labyrinth des Schweigens“ gezeigt. Die über 300 Gäste waren von dem Film, der die Aufarbeitung der Nazizeit in der Bundesrepublik der 60er Jahre zeigte, sichtlich beeindruckt.  Wie ein roter Faden zog sich der Gedanke der gemeinsamen Aufarbeitung und der Erinnerungskultur durch die beiden Gedenkveranstaltungen. Der Film „Im Labyrinth des Schweigens“ regte u.a. viele junge Besucher der Veranstaltung zum Nachdenken an.

Holocaust-Gedenktag Bild vergrößern (© Sibirische Katholische Zeitung)

Die Ausstellung „Visum fürs Leben“ des Israelischen Außenministeriums in Zusammenarbeit mit Yad Vashem ist in der Gebietsbibliothek bis zum 28. Februar zu sehen. Sie erzählt über Diplomaten, die in der NS-Zeit unzählige Menschen, meistens Juden, retteten. Im Anschluss an die Ausstellung fand im Konferenzsaal der wissenschaftlichen Gebietsbibliothek die Diskussionsrunde „Banalität des Bösen VS Ausschließlichkeit des Guten“ statt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Themen Toleranz und die Verantwortung des Einzelnen für Menschrechte. Es wurde im Zuge der Diskussion beschlossen, die Ausstellung an verschiedenen Schulen und Universitäten zu zeigen und einen Gedankenaustausch diesbezüglich anzuregen.

Gedenktag

Gedenken an den Holocaust