Zu Gast bei der Suchtruppe "Ingria" am Barskoje-See im Leningrader Gebiet

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Von 1941 bis 1944 belagerten deutsche Truppen das damalige Leningrad. Auf den Sinjawino-Höhen im Leningrader Gebiet fanden heftigste Kämpfe zwischen der Roten Armee und der deutschen Wehrmacht statt, die zu unzähligen Verlusten auf beiden Seiten führten. Die genauen Zahlen der Gefallenen sind bis jetzt nicht bekannt. Mehr als 70 Jahre nach dem Kriegsende bergen freiwillige Suchtruppen  jährlich Hunderte von Gefallenen in den Wäldern und Sümpfen des Leningrader Gebiets. In der Stadt St. Petersburg und im Leningrader Gebiet gibt es mehr als 40 solche Suchtruppen.

Am 12. Juli 2017 besuchte die Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Eltje Aderhold, die Suchtruppe „Ingria“ bei ihrem Einsatz am Barskoje-See. Die Truppe besteht aus Studenten, Doktoranden, Absolventen und Dozenten der Staatlichen Universität St. Petersburg. Sie ist dreimal im Jahr im Einsatz, um  Gefallene zu finden und ihre Identifizierung zu ermöglichen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 haben die Freiwilligen der „Ingria“ über 3.000 gefallene Soldaten der Roten Armee und 500 deutsche Soldaten gefunden.

In der Umgebung der Sinjawino-Höhen liegt das Dorf Sologubowka, wo sich die größte deutsche Kriegsgräberstätte in Russland befindet. Der Friedhof wurde 1996 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge angelegt, dorthin wurden bis jetzt über 53.500 Gefallene aus verschiedenen russischen Grablageorten umgebettet. Der Friedhof in Sologubowka bietet Platz für über 80.000 Grabstätten. Dort entsteht die weltweit größte deutsche Kriegsgräberstätte.

Jährlich organisiert das Deutsche Generalkonsulat St. Petersburg am Volkstrauertag eine Gedenkveranstaltung, bei der Deutsche und Russen die Gedenkstätte „Sinjawino-Höhen“ mit dem sowjetischen Soldatenfriedhof sowie die deutsche Kriegsgräberstätte Sologubowka gemeinsam besuchen und den Opfern gedenken.

Fotos: GK St. Petersburg