Außenminister Gabriel anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

27.01.2018

Anlässlich des diesjährigen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27.01.) sagte Außenminister Sigmar Gabriel:

73 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz bleibt der bodenlose Abgrund des Menschheitsverbrechens der Nationalsozialisten nicht zu erfassen.

Der Schmerz um das, was Menschen anderen Menschen antun können und angetan haben, die Trauer und Erinnerung an alle, die ihrer Würde beraubt, um ihre Existenz gebracht, verfolgt, gemartert, gedemütigt, ermordet wurden, sind auf immer Teil von uns.

Niemand kann das Rad der Geschichte zurückzudrehen – aber jeder und jede mit klarem Blick auf die Mahnungen unserer Geschichte Verantwortung für die Zukunft übernehmen, jeden Tag aufs Neue.

Aus dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus erwächst ein Auftrag: uns weltweit gegen Ausgrenzung und Hass, gegen Antisemitismus und alle anderen Formen von Rassismus zu wenden und für die Achtung der Menschenrechte, für Frieden und Versöhnung einzusetzen.

In ganz besonderer Weise sind wir den Überlebenden und Zeugen verpflichtet. Sie hinterlassen uns nachfolgenden Generationen, den Nachkommen von Tätern oder Opfern, in Deutschland aufgewachsen oder anderswo, ihre Geschichte und den Auftrag, unsere ganz persönlichen Lehren daraus zu ziehen. Es ist an uns, einzutreten gegen das Vergessen.

Hintergrund:

Seit 1996 ist der 27. Januar, Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz 1945, in Deutschland offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Dabei wird der sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, der Sinti und Roma, der Zwangsarbeiter, dem Hungertod preisgegebenen Kriegsgefangenen, der Opfer staatlicher Euthanasie, der Homosexuellen, aller, die sich aus religiösen, politischen oder schlichtweg menschlichen Beweggründen dem Terror widersetzten und deswegen der totalitären Staatsgewalt zum Opfer fielen, gedacht.

2005 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen den Internationalen Holocaust-Gedenktag zu diesem Datum.

Der Deutsche Bundestag wird am 31. Januar um 13 Uhr eine Gedenkstunde abhalten. Hauptrednerin wird die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch sein, die letzte bekannte Überlebende des Mädchenorchesters von Auschwitz.

Außenminister Gabriel wird am 29. Januar gemeinsam mit Botschafter des Staates Israel, S.E. Jeremy Issacharoff, die Ausstellung „Beyond duty – als ‚Gerechte unter den Völkern‘ anerkannte Diplomaten“ im Auswärtigen Amt eröffnen. 

© Auswärtiges Amt

Außenminister Gabriel anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

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