Außenminister Sigmar Gabriel zum US-Sanktionsgesetz

08.08.2017

Außenminister Sigmar Gabriel im Interview zur Lage der deutschen Inhaftierten in der Türkei. Weitere Themen:  US-Sanktionsgesetz gegen Russland, Außenpolitik der US-Regierung. Erschienen in den Westfälischen Nachrichten (08.08.2017).

  Im Verhältnis USA-Russland droht die Wiederkehr des Kalten Krieges. Moskau spricht von "Handelskrieg". Was heißt das für Deutschland?

  Es ist für Europa nie gut, wenn das Verhältnis zwischen Russland und den USA schlecht ist. Auch für Syrien, Libyen, die Ukraine, den Kampf gegen ISIS und viele weitere Themen brauchen wir Zusammenarbeit von Russen und Amerikanern. Gegenüber Russland muss man, wo nötig, klar, geschlossen und stark auftreten – aber eben auch mit Angeboten zum Dialog und zur Zusammenarbeit. Und für uns, den so genannten „Westen“, ist es wichtig, dass wir zusammenhalten. Das Sanktionsgesetz, das der US-Kongress letzte Woche erlassen hat, ist dafür eher schädlich. Unsere Stärke im Umgang mit Russland nach der Annexion der Krim war, dass zwischen die Europäische Union und die USA in Sachen Sanktionen kein Blatt Papier passte. Das setzen wir mit solchen Maßnahmen aufs Spiel. Ich rate dringend dazu, dass sich Präsident Trump eng mit uns abstimmt, bevor Sanktionen tatsächlich in Kraft gesetzt werden. Und Sanktionen gegen europäische Unternehmen, das geht gar nicht!

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Außenminister Sigmar Gabriel zum US-Sanktionsgesetz

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